Emder Stadtwall

Nach der ersten Schlacht des beginnenden 80-jährigen Freiheitskampfes der Niederländer bei Heiligerlee im Jahre 1568, in der die Aufständischen den Sieg davontrugen, fiel der spanische Herzog Alba mit seinen Truppen ins neutrale Ostfriesland ein. In Jemgum kam es zu einer weiteren Schlacht, die weniger glimpflich ausging und auch Folgen für den Ort hatte, da er den Truppen Ludwig von Nassaus Unterschlupf geboten hatte. Emden fühlte sich durch diese Vorgänge bedroht und ergriff Maßnahmen zum Schutz der Stadt. Die Stadtbefestigungen wurden ausgebaut. Es wurden 900 Bäume gefällt und Häuser abgebrannt, um so ein freies Schussfeld den andringenden Angreifern gegenüber zu haben. Die östlich von Emden gelegenen Dörfer Groß- und Klein-Faldern waren durch die vielen Menschen bevölkert worden, die als Glaubensflüchtlinge nach Emden gekommen waren, aber in der eigentlichen Stadt schon allein aufgrund der enorm gestiegenen Preise keine Wohnung mehr finden konnten. 1569 gab Graf Edzard II. seine Zustimmung, die beiden Dörfer in die städtische Befestigung mit einzubeziehen. Die Bastionen waren schon damals Standort Emder Mühlen. Auf dem Stadtplan von 1575 in Braun Hogenbergs Städteatlas sind der Rote-Mühlen-Zwinger und der Gelbe Mühlen-Zwinger schon erkennbar. In den Jahren 1606 bis 1616 wurde der Stadtwall weiter ausgebaut und auch die im nördlichen Bereich entstandenen Vorstädte vor dem Boltentor und dem Neuen Tor wurden mit einbezogen. In dieser Zeit entstand der Marienwehrster Zwinger, auf dem heute der letzte noch intakte Galerieholländer, die „Vrouw Johanna“, aus dem Jahre 1804 steht.