Emder Gasthaus

Im Jahre 1317 wurde in Emden und Faldern ein Franziskanerkloster gegründet. Nachdem die letzten Ordensbrüder 1557 diesen Ort verlassen hatten, wurde die Kirche für den reformierten Gottesdienst genutzt. Die Klausur wurde mit Hilfe der Emder Bürgerschaft 1561/2 renoviert und in ein Armenhaus umfunktioniert. Neben hilflosen älteren Menschen fanden vor allem Waisenkinder hier Unterkunft. Der große Saal war ausgestattet mit reichem Schnitzwerk und vielen Gemälden und diente bis 1871 nicht nur der Gasthausdirektion, sondern auch dem ostfriesischen Coetus als Versammlungsraum. Das sich über 124 Sitzungen erstreckende Religionsgespräch zwischen den Vertretern der reformierten Gemeinde und denen der flämischen Mennoniten wurde, nachdem die Klunderburg die vielen Zuhörer nicht mehr bergen konnte, in die Gasthauskirche verlegt und fand hier seinen Abschluss. 1938 fielen Gasthauskirche und Gasthaus (Armenhaus) einem Brand zum Opfer. Mit diesen Gebäuden wurden die letzten noch existierenden ehemaligen Klostergebäude Ostfrieslands zerstört.