Der Burgplatz

Der „Burgplatz“ und die Straßenbezeichnungen „Am Burggraben“ bzw. „Burgstraße“ erinnern an den alten Regierungssitz der ostfriesischen Grafen im 15. und 16. Jahrhundert. Der erste Graf Ostfrieslands, Ulrich Cirksena, ließ das damals schon vorhandene Schloss umbauen und von Grund auf erneuern.

Trotz Einführung von zwei lutherischen Kirchenordnungen (1529 und 1535) ließ Gräfin Anna in der Zeit nach 1542 von dem ersten ostfriesischen Superintendenten, Johannes a Lasco, das ostfriesische Kirchenwesen im Sinne der zwinglischen Reformation neu ordnen. Nach der Emder Revolution von 1595 wurde mit dem Delfzijler Vertrag die calvinistische Lehrmeinung als die alleingültige in der Stadt festgelegt. Dem Grafen wurde jedoch zugebilligt, auf dem Schloss vom Hofprediger lutherische Gottesdienste abhalten lassen zu dürfen, an denen schließlich auch lutherische Bürger Emdens teilnahmen.